Philosophische Tafel


Gute und thematisch geführte Gespräche bei schmackhaftem Essen, genußvolle Bereicherung für Geist, Leib und Seele.

SA 10. März 18.00 Uhr
SA 09. Juni 18.00 Uhr
45,- € (incl. 3-Gänge-Menü + Getränke)
Mit Anmeldung!

 

10. März: Im Kern verborgen
Manchmal ist der Kern das Beste: bei Nüssen oder Granatäpfeln z.B., vielleicht auch bei der Suche nach prägnanten Gedanken.
Manchmal ist der Kern aber auch das, was übrig bleibt, wenn alles andere Schmackhafte darum herum verzehrt wurde – nutzlos für den menschlichen Esser, essentiell für die Pflanze und deren Fortbestand.
Was also liegt im Kern, das so sorgfältig unseren Blicken entzogen bleibt?
Wie kann es gelingen, den Kern dessen, was wir eigentlich denken und sagen wollen, zu treffen – und dennoch das „Drumherum“ genussvoll zu gestalten?
Vor allem aber: wie können wir zu unserem eigenen Kern vorstoßen – und was findet sich dort?
Diesen Kerngedanken wollen wir folgen und erfahren, was am Ende des Gesprächs „in nuce“ vor uns liegt.

 

Zum Tafelgeschehen:

In Zeiten eines erstarkenden ökologischen Bewußtseins legen viele Menschen Wert auf eine natürliche Ernährung. Was aber heißt hier genau „Natur“? Haben wir überhaupt einen eigenen Zugang zur Natur, oder ist es nicht immer schon eine interpretierte und ausgelegte Natur? Und wie steht es mit dem Gegensatz, dem vom Menschen Gefertigten, der Kunst? Ist nicht auch die Zubereitung der Nahrung eine Kunst? Können wir überhaupt der Natur ohne Zutat des Künstlichen, Kunstvollen begegnen?
Im philosophischen Denken gibt es viele Gegensätze, die im Leben weniger weit auseinander liegen. Gerade darum aber ist es hilfreich und notwendig, diese Gegensätze genauer zu bedenken, sie in ihrem jeweiligen Bereich zu verstehen und unsere Positionen inmitten solcher Gegensätzlichkeiten genauer auszuloten.
Wenn wir uns um eine gemeinsame Tafel versammeln und wohl zubereitete Speisen genießen, bietet sich hier ein guter und angemessener Rahmen, um solche Gedanken weiter zu verfolgen und das schöne Essen mit ebensolchem Tafelgespräch zu ergänzen und zu erhöhen.

„Wissen und Essen, Wort und Nahrung sind Dinge aus demselben Stoff. Es sind Kinder mit derselben Herkunft: Kinder des Hungers“ (Rubem A. Alves). Nicht nur leiblicher Hunger will gestillt werden – auch in Geistigen empfinden wir ein Bedürfnis nach nahrhafter Speise und einen eigenen Wissensdurst. So wie uns die nährstoffreiche Nahrung leiblich sättigt und gesund erhält, so sollten Worte unseren Geist nähren und kräftigen. Doch auch im geistigen Bereich kommt es darauf an, das Richtige zu sich zu nehmen, sich nicht auf Dauer mit „Fast-Food“-Einfällen abspeisen zu lassen und die Bekömmlichkeit des wohl verdauten Überlegens in rechter Weise zu genießen. Dazu verhilft uns die philosophische Zubereitungsart, die Gedanken und Worte von ihrem rohen Zustand in eine verdauliche, appetitanregende Form überführt. 

Unter unterschiedlichen Themen versammeln wir uns an einer Tafel, um bei gemeinsamem Speisen auch den Dialog miteinander zu pflegen. Das knüpft an eine lange Tradition an: das Tafelgespräch wurde von vielen bekannten Denkern und Dichtern praktiziert, die hier eine überaus anregende und genußvolle Form des Beisammenseins zu schätzen wußten. Das gute Essen fördert dabei die Bereitschaft und Freude am Dialog, der seinerseits den Geist und die Seele aktiviert und befeuert, so daß eine umfassende Lebendigkeit erlebt werden kann.
Das Tafeln ist eine bewußte Hinwendung zum sinnlichen Genußaspekts des Essens: wider dem Zeitgeist, der es vielen Menschen abnötigt, auf die Schnelle, womöglich im Gehen und zwischendurch, irgendetwas Essbares zu sich zu nehmen, wird hier mit Zeit und Muße wahrgenommen, was und wie wir speisen. Ebenso bewußt wird auch das gemeinsame Gespräch gepflegt, das seinerseits durch den schönen Rahmen und die Gaumenfreuden angeregt und belebt wird. Auf diese Weise kommen Körper, Geist und Seele zu ihrem Recht und können sich in ein lebendiges, fruchtbares Zusammenspiel einfinden.

Dieser Dreiklang menschlicher Vollgültigkeit kommt der Grundidee Kepías entgegen: den Menschen als Ganzes anzusprechen und ihn so in die Fülle seiner Möglichkeiten zu führen.

Organisatorisches:
Drei-Gänge Menü incl. Getränken, geführter freier Dialog zu einem ausgeschriebenen Thema
Dauer ca. 2,5 - 3 Stunden