Philosophisches Café


Gespräche zu alltäglichen und zeitlosen Fragen unter kundiger philosophischer Leitung.

Samstag, 27. Mai 2017, 16.30 Uhr
"Wir müssen uns dem Bösen stellen"
20,- €   Mit Anmeldung!

MO 16. Oktober 2017, 19.00 Uhr
FR 24. November 2017, 18.00 Uhr
SA 30. Dezember 2017, 16.30 Uhr
Jeweils 20,- Mit Anmeldung!

November Café
Ein unangenehmes Gefühl: die Langeweile
Niemand mag es so recht zugeben, und doch kennen wir alle dieses Gefühl, und sei es aus längst vergangenen Kindertagen: die Langeweile. Dieser seltsame Zwischenzustand, wo wir noch nicht zur Tat, zur Idee finden, aber dennoch unterwegs sind, in der Schwebe, unzufrieden, in einer sich unendlich in die Länge ziehenden Zeit.
In unserem Alltag ist dagegen oftmals wenig Raum für Langeweile: ein durchorganisierter Tagesablauf, ein voller Terminkalender bringen uns in ein Maß, das keinen Raum für Zwischenzustände und unentschiedenes Abwarten hat.
Aber fehlt uns nicht auch etwas, wenn wir keine Langeweile (mehr) kennen? Ist die Langeweile nur etwas für „Taugenichtse“, die sich nicht recht beschäftigen können? Oder kommt ihr eine eigene Bedeutung und Wichtigkeit zu, die wir erst dann ergründen können, wenn wir uns recht auf sie einlassen?
Nach unserem letzten Café über die Melancholie widmen wir uns nun einem weiteren eigentümlichen Gefühl, das ebenso grundsätzlich zu unserem menschlichen Dasein gehört und uns, wenn es uns befällt, quälend, bedrückend, aber auch inspirierend sein kann.
Diese interessante Doppelbödigkeit werden wir im gemeinsamen Gespräch unter philosophischer Leitung ausloten und vertiefen.

 

In jedem philosophischen Café steht ein bestimmtes, vorher angekündigtes Thema im Mittelpunkt, um das herum sich unsere Gespräche zentrieren. Ein kurzer einführender Vortrag der leitenden Philosophin führt in den Problemhorizont ein und stellt einige Thesen vor. Daraus eröffnet sich eine Diskussion, in der alle Fragen und Nachfragen so wie alle weiterführenden Gedanken einen eigenen Platz und eine eigene Würdigung erfahren können. Durch eine stringente Gesprächsführung kann so erlebbar werden, was einen guten philosophischen Dialog auszeichnet: Ein gemeinsames Miteinander, - das um die Sache bemüht ist, ohne über dem Gegenstand das eigene Selbst zu vergessen, - das offen ist für philosophische Kritik, die sich nicht im vermeintlichen Besserwissen erschöpft, sondern sich gegenseitig zu einer genaueren und besseren Fassung des zu Sagenden herausfordert, - das den Dingen auf den Grund zu kommen sucht und zugleich Respekt walten läßt vor der Unergründlichkeit des zu Denkenden.

Schon seit dem abendländischen Beginn des philosophischen Denkens war die Philosophie in Bewegung unter den Menschen. Sie blieb nicht eingesperrt in den engen Kammern wissenschaftlicher Forscher, sondern begab sich in der lebendigen Gestalt des Sokrates auf den Markt, um dort, mitten im Geschehen, Menschen zu befragen, sie stutzig zu machen, sie mit ihren eigenen ungeprüften Meinungen zu konfrontieren und sie zuweilen mit unangenehmen, bohrenden Nachfragen zu belästigen – schließlich aber für philosophische Gespräche und Gedanken zu begeistern.

In Anknüpfung an die sokratische Praxis des Dialogs eröffnet das philosophische Café einen Raum für die lebendige Gestalt des gemeinsamen Philosophierens.
Hier wird erfahrbar, inwieweit philosophische Themen jeden und jede berühren und angehen, wenn wir sie denn zu unserer eigenen Angelegenheit und zum Mittelpunkt unseres Nachdenkens und Sprechens werden lassen.

Organisatorisches:
Bei einem angenehmen Getränk treffen wir uns zu einem offenen Dialog für ca. 1,5 - 2 Stunden.