Philosophie-Seminar


Grundlegende Fragestellungen von allgemeinem und existentiellem Interesse führen in die Interpretation klassischer philosophischer Texte.

Sprechen wir über die Sprache

Aristoteles bestimmte den Menschen als das Wesen, das den ‚logos’ hat, was wir mit Vernunft übersetzen können, aber auch mit Rede, Sprache, Wort.
Der Mensch ist also zuallererst ein sprechendes Wesen. Es kommt ihm zu, Worte gefunden zu haben für das, was ihm in seiner Welt begegnet und sich mithilfe dieser Bezeichnungen zu verständigen. Sprache ist demnach ein Mittel, um den Umgang der Menschen untereinander zu regeln. Je besser wir die Funktionen der Sprache erkennen und beherrschen, um so eindeutiger können wir uns ihrer bedienen.
Doch umfasst ein solcher Ansatz schon das ganze Wesen der Sprache? Gibt es nicht darüber hinaus noch viel mehr, was Sprache ausmacht?
Wie begegnet uns Sprache außerhalb des alltäglichen, mehr oder minder festgelegten klaren Gebrauchs, der ja bereits schon viele Schwierigkeiten aufwirft, wenn wir daran denken, wie leicht wir einander auch missverstehen?
Wie spricht ein Gedicht zu uns, was geschieht mit uns, wenn wir ein Gebet sprechen, oder wie tritt uns die Sprache im Gewand der Mythen und Märchen entgegen?
All diese Frageansätze kreisen um die eine Grundfrage:
Was ist das Wesen der Sprache?
Diese Frage aber führt uns unausweichlich zu der ihr folgenden:
Was ist der Mensch, der zuerst und grundlegend als derjenige bestimmt wird, der die Sprache hat?
Und so zeigt sich ein weiteres Mal, dass all unser philosophisch intendiertes Fragen letztlich mündet in der Frage nach uns selbst, und ihren Sinn findet in dem Verstehen dessen, was uns ausmacht.
Wir wollen an 9 aufeinanderfolgenden Abenden unterschiedlichen Grundtexten der Philosophie aus verschiedenen Epochen begegnen, die sich immer wieder mit diesem sehr zentralen Thema beschäftigen. Dabei werden wir von Aristoteles ausgehen, Platon begegnen, Novalis und Hölderlin hören, Wittgenstein diskutieren und uns mit Heidegger und Gadamer auseinandersetzen.

Im zweiten Halbjahr wird es eine Fortsetzung dieses Seminars geben, das aber auch selbständig gebucht werden kann. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Wir lesen die Texte gemeinsam und befragen ihre Thesen, besprechen das in ihnen Aufgeworfene und gewinnen so, im Gespräch mit den Alten und Neuen, eine eigene, differenzierte Position – und einen genaueren Blick auf uns selbst.
Die philosophische Gesprächsleitung verhilft dabei zu einem vertieften Verständnis, nimmt alle Fragen und weiterführenden Gedanken ernst und verbindet sie zu einem umfassenden gemeinsamen Dialog.

Wöchentliche Seminare im Block über 9 Abende.
Dauer des Abends: 1,5 Stunden.
180,- €     Mit Anmeldung!