"Wie Gott in Frankreich"

Ein Bericht vom 2. Lukullus-Abend 

von  Manuela Reznicenko

 

Lucullus Ponticus war ein erfolgreicher, römischer Feldherr, jedoch berühmt wurde er wegen seiner Vorliebe für üppige, schmackhafte Speisen und Schlemmereien.

LUKULLUS: Bei dieser Veranstaltung ist der Name Programm! Doch liegt hier das Besondere in der Zusammenstellung des Dargebotenen. Neben einem liebevoll aufgetischten, erlesenen Mahl, wird der Gast auch mit interessanten Beiträgen aus Musik, Kultur und Philosophie überrascht. Da jeder Abend unter einem Motto steht, sind Dekoration, Speisen und Getränke, Lesungen und Musik harmonisch aufeinander abgestimmt; so nimmt die Musik die Stimmung der Texte auf, ergänzt durch köstliche, kulinarische Kompositionen.  Kein Besucher kann sich der herzlichen, persönlichen Ausstrahlung der Gastgeber und der familiär anmutenden Atmosphäre entziehen und wird in eine besinnliche Stimmung hineingetragen.
Zu diesem Fest der Sinne laden ein: Andrea Vierle, Dr. der Philosophie, und Matthias Michalek, Diplom-Musiktherapeut, die nicht nur privat, sondern auch beruflich miteinander verbunden sind. Gemeinsam leiten sie den "Singkreis Gnadenkirche" in Frintrop und ihren musisch-philosophischen Garten "Kepia" in Oberhausen. Hier finden philosophische Seminare, Lesekreise und Gespräche ebenso statt, wie Musiktherapie, Klangerfahrungs- und Improvisationsgruppen.

Beim Abend der Genüsse sind die Gäste einmal nicht zur Mitarbeit aufgefordert, sondern dürfen sich zurücklehnen und einfach nur genießen. 

Da zu einem vollendeten Genuss traditionell auch gutes Essen gehört, war die Idee zu dieser kulinarisch-kulturellen Veranstaltung geboren. 

Neben Dr. Andrea Vierle und Matthias Michalek, die für das künstlerische Gesamtkonzept verantwortlich sind, sorgt Ute Gal für die Philosophie der Küche und bereitet dort die auserlesenen Speisen zu.

Am 22. September unter dem Motto: "Wie Gott in Frankreich" stand die Wahrnehmung der Sinne im Mittelpunkt. Das Sehen eines Malers wurde mit Briefen und Bildern von PaulCézanne erläutert, und welche Emotionen durch eindrucksvolle Klangerlebnisse von der Orgel oder Klangschale und Gong erzeugt werden können, konnte jeder selbst erleben. Mit Sartre verwandelte sich eine "schlichte Berührung" in ein lebensentscheidendes Ereignis, und wie Geruch und Geschmack tief in uns verborgene Erinnerungen wachrufen, verdeutlichte zum Schluss der Text von Marcel Proust.

Abgerundet wurde der Abend mit einer Klaviersonate von Maurice Ravel, Chansons von Gabriel Fauré und einem französischen Mahl, das mit Bouillabaisse und Coq au vin keine Wünsche offen ließ.
LUKULLUS: Dieses einzigartige Erlebnis, bei dem Leib, Seele und Geist gleichermaßen verwöhnt werden, sollte sich niemand entgehen lassen, der einer anspruchslosen Unterhaltung entfliehen möchte!